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Didaktische Planung

Die didaktische Planung im engeren Sinne beschäftigt sich nur mit den Inhalten und Zielen des Unterrichts und ihrer Rechtfertigung (Klafki). So werden z.B. die folgenden Punkte überdacht:

  • Stoffauswahl und Begründung (Unterrichtsgegenstand)
  • Setzung und Formulierung von Lernzielen (LZ) und auch Kompetenzen
  • Strukturierung der Inhalte für einzelne Lernschritte zum Erreichen der LZ bzw. Kompetenzen
  • Analyse notwendiger Vorkenntnisse für den geplanten Lernprozess

Wie der Lernprozess unter Nutzung geeigneter Medien und Methoden dann ablaufen soll/kann, ist Teil der methodischen Planung.

Die Allgemeine Didaktik kann im Detail hinsichtlich der fachlichen Inhalte und Methoden zu einzelnen Stoffgebieten keine Hilfestellung sein, hier ist die Fachdidaktik gefragt. Fachdidaktische Lernziele sind trotz Kompetenzorientierung noch immer hilfreich bei der Unterrichtsplanung, weshalb es sinnvoll ist sich mit diesem Begriff und dem Konzept dahinter auseinanderzusetzen. Der Begriff Lernziel beinhaltet die Unterbegriffe "Lernen" und "Ziel".

1. Lernen (sinngemäß und knapp zusammengefasst):

Lernen bedeutet (vgl. Allgemeine Didaktik) letztlich eine Verhaltensänderung, basierend auf neuen Informationen bzw. der Neuverknüpfung und -strukturierung von Informationen. Letzteres setzt meist voraus anhand von neuen Informationen (Impulsen?) zu erkennen, dass die alte Denk-Strukturen oder Konzepte nicht stimmig sind (Konstruktivismus), weshalb im Lernprozess also auch zur "reinen Umstrukturierung" letztlich in der Regel doch wieder neue Informationen benötigt werden, quasi als Anlass diese Umstrukturierung auszulösen. Ein Lernprozess in einem gewissen "Themenbereich" zeichnet sich demnach immer durch Informationsaufnahme, -erschließung und/oder -umstrukturierung im zu lernenden "Themenreich" aus.

2. Ziel:

Ein Ziel ist etwas, das noch erreicht werden muss. D.h. bezogen auf einen Lernprozess darf der Lerner ein operationalisiertes Lernziel vor oder zu Beginn des Lernprozesses noch nichterreicht haben. Dies bedeutet, dass die zu beobachtende Handlung, die im LZ "beschrieben " ist,  also noch nicht erfolgreich absolviert werden können darf.

Methoden oder wissenschaftliche Vorgehensweisen, die im Lernprozess genutzt werden, um andere Lernziele zu erreichen, können deshalb in der Regel kein Lernziel für diese Lernsequenz sein, weil die Lerner diese Vorgehensweisen oder Methoden ja noch erlernen müssen. Nur für das Erlernen dieser Methoden oder wissenschaftlichen Vorgehensweisen selbst, können und müssen dazu passende Lernziele formuliert werden. Dafür müssen dann aber in der Lernumgebung auch genau dazu Informationen vorhanden sein bzw. und Situationen geschaffen werden, die das Erlernen (also das Erreichen der LZ) auch ermöglichen.

Ein LZ mit der folgenden Formulierung: "Die Schülerinnen und Schüler (SuS) sollen einen Blattquerschnitt anfertigen (können)." impliziert also, dass in einer entsprechenden Stunde Informationen vermittelt werden wie denn ein Blattquerschnitt anzufertigen ist. In einer Biologiestunde, in der Unterschiede zwischen Licht- und Schattenblättern erarbeitet werden sollen, kann dieses LZ also nicht formuliert werden, da die SuS dies ja schon beherrschen müssen. Häufig wir genau dieses LZ jedoch in Stundenentwürfen zu diesem Inhaltsbereich dennoch formuliert ohne dass auffällt, dass ja gar keine Anleitung dazu gegeben wird. Das Anfertigen ist hier meist einfach nur "Mittel zum Zweck", d.h. der Blattquerschnitt muss angefertigt werden, um die Blattanatomie vergleichen zu können. In einer Stunde, in der das Anfertigen des Querschnitte erlernt werden soll, ist in der Regel wiederum keine Zeit für eine weitergehende Erkenntnisgewinnung hinsichtlich der Unterschiede zwischen den Blatt-Typen, da hierfür zu wenig Zeit zur Verfügung steht und ein Anfänger nicht schnell genug die dazu benötigten Schnitte anfertigen kann.

Ein Lernziel muss sich also deutlich in den Informationen, Medien und der Zeitnutzung der Stunde bzw. Lernsequenz niederschlagen! Je nach "Dimension und Niveau" (Dimension bzw. Taxonomiestufe) des Lernziels ist hierbei dann wiederum bei der Planung unterschiedlich vorzugehen.